Eine Limited in England gründen.

Geringe Gründungskosten, aber Folgekosten

Limited Company (Ltd.) wird im britischen Gesellschaftsrecht eine nicht börsennotierte Kapitalgesellschaft mit Haftungsbeschränkung genannt. Sie ist im Vereinigten Königreich auch für kleine und mittlere Unternehmen die gebräuchlichste Form der Kapitalgesellschaft und erfüllt  ähnliche wirtschaftliche Funktionen wie die deutsche oder österreichische Gesellschaft mit beschränkter Haftung. (GmbH). Die Gründungsdauer einer Limited beträgt eine bis drei Wochen. Während die Gründung einer GmbH ca. zwischen 2000 – 7000 Euro kostet, erfordert die Gründung einer Limited Company in England nur lediglich etwas mehr als 100 EUR. Es sollten jedoch auch die Folgekosten nicht unterschätzt werden, denn die Anwendung des englischen Rechts zieht eine Reihe von Pflichten und Kosten nach sich. Letztere dürften im Bereich von ca. 250 Euro pro Jahr liegen.
Die Gesellschafter (Shareholder) haften nur mit der jeweils erbrachten Einlage, eine Nachschusspflicht besteht nicht. Der Shareholder einer Limited Gesellschaft ist dem deutschen Aktionär vergleichbar, allerdings reicht im Gegensatz zur deutschen AG ein einzelner Shareholder aus. Nicht unbeachtet lassen sollte man auch die Möglichkeiten der Mini-GmbH.
Eine Limited zu gründen kann also viele Vorteile haben, eine umfangreiche Beratung vor der Gründung in England ist jedoch ratsam. Die Beauftragung einer Gründungsagentur für die Limited Company kann ratsam sein, womit die Gründungskosten jedoch auf mehrere Hundert Euro steigen können.
Inwieweit kann sich am Umgang mit den Ltd. im Zuge der Brexit-Verhandlungen etwas ändern? Während der Verhandlungen und eventuell für eine noch festzulegende Übergangsfrist, die nach jetzigen Erkenntnissen bis Ende 2020 gelten soll, müssen die Grundfreiheiten der EU-Verträge für Großbritannien gelten. Deswegen werden sich Gesellschaften britischer Rechtsform während dieser Zeit weiterhin auf Art. 49 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union berufen können. Aus der dort garantierten Niederlassungsfreiheit folgt aber zugleich, dass selbst die Neugründung von Ltd. mit Verwaltungssitz in Deutschland prinzipiell weiter möglich ist und von den deutschen Gerichten bis dahin akzeptiert werden muss. Nach derzeitigem Kenntnisstand in Bezug auf wirtschaftliches Handeln in der Zukunft gehen die Vorstellungen der Briten und der EU in Richtung eines tiefgreifenden Freihandelsabkommens als wahrscheinlichste aller Möglichkeiten zur Regelung der zukünftigen Beziehungen beider Verhandlungspartner. Die Europäische Kommission und das Vereinigte Königreich veröffentlichen im Juni 2018 eine Gemeinsame Erklärung zu Fortschritten seit der letzten Fassung des Textes vom März 2018 in Bezug auf die Modalitäten des Entwurfs eines Austrittsabkommens. Die Briten haben im gleichen Zeitraum alle auf europäischem Recht beruhenden Regelungen in nationales, britisches Recht überführt, um Gesetzeslücken zu vermeiden. Es geht also, wenn auch in kleinen Schritten oder mitunter im Zickzack und zumeist hinter verschlossenen Türen, voran im Verhandlungsmarathon. Das könnte dafür sorgen, dass bisherige Abläufe im Umgang mit Ltd. und deren Registrierung fortgeschrieben werden. So könnten bewährte Verfahrensweisen im Umgang miteinander, wesentliche Wirtschafts- und ähnliche Auskünfte betreffend, erhalten bleiben.

Auftragsformular für einen Registerauszug: Englische Limited-Registerauszug

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